In einer Schreinerei war eine Holzfräse jahrelang ohne Zwischenfälle im Einsatz. An einem gewöhnlichen Morgen näherte ein Arbeiter seine Hand der Frässcheibe, überzeugt davon, dass die Maschine wenige Augenblicke zuvor ausgeschaltet worden war. Die Scheibe drehte sich jedoch aufgrund ihrer Trägheit weiter. Das Ergebnis war eine schwere Verletzung, die hätte vermieden werden können, wenn die Maschine über eine funktionierende Schutzeinrichtung und ein Stoppsystem verfügt hätte, das den Zugang bis zum vollständigen Stillstand aller beweglichen Teile verhindert.
Thank you for reading this post, don't forget to subscribe!Solche Szenarien wiederholen sich in unterschiedlichen Varianten in Fabriken, Lagerhallen und Werkstätten im ganzen Land. Mechanische Pressen, Förderanlagen, Palettierer und Fräsmaschinen steigern die Produktivität, gehören jedoch aufgrund ihrer Bauart zu den gefährlichsten Arbeitsmitteln – nicht weil sie mangelhaft konstruiert wären, sondern weil ihre Schutzeinrichtungen häufig vernachlässigt, außer Betrieb gesetzt oder im Laufe der Zeit einfach verschlissen werden.
Das Gesetz Nr. 319/2006 sowie der Regierungsbeschluss Nr. 1029/2008 über die Bedingungen für das Inverkehrbringen von Maschinen, mit dem die Richtlinie 2006/42/EG umgesetzt wird, schaffen einen klaren Rechtsrahmen: Maschinen müssen bereits beim Inverkehrbringen die grundlegenden Sicherheits- und Gesundheitsschutzanforderungen erfüllen und mit einer technischen Dokumentation sowie einer EG-Konformitätserklärung ausgestattet sein. Die Konformität zum Zeitpunkt des Kaufs reicht jedoch nicht aus. Während der gesamten Nutzungsdauer bleibt der Arbeitgeber verpflichtet, die Arbeitsmittel in einem sicheren Zustand zu halten: Schutzeinrichtungen müssen montiert und funktionsfähig sein, Not-Halt-Einrichtungen müssen zugänglich und regelmäßig überprüft werden, und die Beschäftigten müssen über die spezifischen Gefahren jeder einzelnen Maschine unterwiesen werden.
Die wesentlichen Gefahren sind unabhängig von der Art der Maschine im Grunde dieselben: der Kontakt mit beweglichen Teilen wie Rädern, Messern, Fräswerkzeugen oder Förderanlagen, der zu Quetschungen oder Amputationen führen kann; das Herausschleudern von Partikeln oder Bruchstücken mit hoher Geschwindigkeit; das Erfassen von Kleidung oder Haaren durch bewegliche Maschinenteile; sowie unkontrollierte Bewegungen von Maschinen, deren Stoppsysteme nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren. Viele dieser Risiken werden erst sichtbar, nachdem die ursprünglichen Schutzeinrichtungen auf die eine oder andere Weise umgangen wurden – eine Schutzvorrichtung wird entfernt, um „schneller arbeiten zu können“, ein Sicherheitssensor wird manuell blockiert oder Wartungsarbeiten werden aufgeschoben.
Genau hier liegt die wichtigste praktische Verpflichtung des Arbeitgebers: die Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung für jede Maschine – nicht nur bei der Inbetriebnahme, sondern regelmäßig, während die Maschinen altern und sich die Arbeitsbedingungen verändern. Hinzu kommt ein tatsächliches vorbeugendes Wartungsprogramm, also nicht nur Reparaturen nach einem Defekt, sondern planmäßige Kontrollen der Schutzeinrichtungen, Sensoren und Not-Halt-Systeme sowie eine Unterweisung, die sich nicht auf eine Unterschrift auf einem Formular beschränkt, sondern sicherstellt, dass die Beschäftigten konkret verstehen, wie die jeweilige Maschine Verletzungen verursachen kann.
Die Nichteinhaltung dieser Verpflichtungen ist nicht nur ein Problem der verwaltungsrechtlichen Compliance. Das Gesetz Nr. 319/2006 sieht – je nach verletzter Verpflichtung – Ordnungswidrigkeitsbußgelder von bis zu 10.000 Lei vor. Die tatsächliche Folge eines Unfalls an einer unzureichend geschützten Maschine ist jedoch in den meisten Fällen für den betroffenen Arbeitnehmer irreversibel. Ein Vorfall wie der eingangs beschriebene in der Schreinerei hat letztlich weit mehr zur Folge als nur ein Bußgeld: Schadensersatzforderungen, eine vorübergehende Betriebsschließung und vor allem eine Verletzung, von der sich der Arbeitnehmer möglicherweise nie vollständig erholt.
