Die rumänische Regierung hat durch [Eilverordnung Nr. 24/2026] einen temporären steuerlichen Mechanismus eingeführt, der auf die Besteuerung außergewöhnlicher Einnahmen von Ölgesellschaften abzielt, die infolge der starken Preissteigerungen bei Energie und Kraftstoffen erzielt wurden. Anschließend änderte [ANAF-Verordnung Nr. 602/2026] das Formular 100, um diese steuerliche Verpflichtung gesondert zu deklarieren.
Die unmittelbaren Auswirkungen auf Unternehmen des Ölsektors bestehen in erweiterten steuerlichen Berichtspflichten sowie in der Einführung getrennter Buchhaltungsaufzeichnungen für Förder-, Raffinerie- und Vermarktungsaktivitäten. Der Solidarbeitrag gilt ausschließlich für Inhaber von Erdölkonzessionen, die Rohölvorkommen auf rumänischem Staatsgebiet ausbeuten.
Der steuerliche Mechanismus wird nur in den Monaten aktiviert, in denen der durchschnittliche Brent-Ölpreis die Schwelle von 70 USD pro Barrel überschreitet. Wird diese Grenze nicht überschritten, fällt keine Abgabe an. Steuerlich wird die Abgabe als vorübergehende Maßnahme behandelt und gilt als abzugsfähige Betriebsausgabe bei der Ermittlung des steuerlichen Ergebnisses.
Für Unternehmen, die das geförderte Rohöl direkt vermarkten, wird die Abgabe durch Anwendung eines Satzes von 60 % auf die zusätzlichen Einnahmen oberhalb des Referenzwerts berechnet. Bei Unternehmen, die rumänisches Rohöl fördern und raffinieren, erfolgt die Besteuerung der Einnahmen aus den daraus resultierenden Energieprodukten mit progressiven Sätzen zwischen 1,5 % und 9,9 %.
[ANAF-Verordnung Nr. 602/2026] führt die gesonderte Position 116 „Solidarbeitrag“ in das Verzeichnis der Zahlungsverpflichtungen gegenüber dem Staatshaushalt ein. Die betroffenen Steuerpflichtigen müssen die Verpflichtung daher monatlich bis einschließlich zum 25. des Folgemonats erklären und begleichen.
Aus operativer Sicht und im Hinblick auf steuerliche Kontrollen wird die Pflicht zur getrennten Buchführung besonders wichtig. Fehlende getrennte Dokumentation der geförderten, raffinierten und vermarkteten Mengen kann Geldbußen zwischen 200.000 und 1.000.000 Lei nach sich ziehen, wodurch steuerliche und buchhalterische Compliance zu einem strategischen Bestandteil des Risikomanagements wird.
