Durchführung von gerichtlichen und außergerichtlichen Steuerexpertisen – CCF 2026 Standards (1)

Die unmittelbaren Auswirkungen auf das steuerliche und rechtliche Management von Unternehmen werden durch die Regierungsentscheidung Nr. 2/2026 (Amtsblatt Nr. 112/11. Februar 2026) bestimmt, die die Normen für die Durchführung gerichtlicher und außergerichtlicher Steuerexpertisen durch Steuerberater genehmigt. Diese Normen legen den beruflichen Rahmen für die Bewertung der Steuerpflichten von natürlichen und juristischen Personen fest, einschließlich Steuern, Abgaben, Zöllen und anderer Einnahmen des konsolidierten Gesamthaushalts oder des EU-Haushalts.

Anwendungsbereich:

  1. Gerichtliche Steuerberater, die von Gerichten, Strafverfolgungsbehörden oder anderen zuständigen Behörden für gerichtliche Steuerexpertisen bestellt werden.
  2. Außergerichtliche Steuerberater auf Anfrage von natürlichen oder juristischen Personen, außerhalb gerichtlicher Verfahren.

Unabhängig vom Typ der Expertise muss der Steuerberater Unabhängigkeit, fachliche Kompetenz, Integrität, Loyalität und Unparteilichkeit nachweisen. Die gerichtliche Steuerexpertise dient als Beweismittel zur Wahrheitsfindung und korrekten Falllösung, basierend auf Belegen, Buchhaltungs- und Steuerunterlagen sowie anderen Nachweisen.

Merkmale der Steuerexpertise:

  • Analyse von Informationssystemen, die steuerliche Informationen für ein identifizierbares Wirtschaftssubjekt messen, verarbeiten und kommunizieren;
  • Bewertung wirtschaftlicher Transaktionen und deren Auswirkungen auf Steuererklärungen;
  • Überprüfung von Belegen und deren Abbildung in Steuererklärungen;
  • Anwendung von Prinzipien und Kriterien zur Einstufung von Aktivitäten in steuerpflichtige Kategorien und Berechnung der entsprechenden Steuerverpflichtungen.

Berufliche Kompetenzen:

  • Allgemein: Kenntnisse im Steuerrecht (Steuergesetzbuch, Steuerverfahrensgesetz, Zollkodex, OECD-Akte), Rechnungswesen (Rechnungslegungsgesetz Nr. 82/1991 und verwandte Vorschriften) sowie Zivil- und Strafprozessrecht.
  • Spezialisiert: Erstellung von Finanzsteuerberichten, einheitliche Auslegung der Steuergesetzgebung, Analyse von Normenkorrelationen und Anwendung von steuerrechtlichen Grundsätzen zur Anfechtung von Steuerverwaltungsakten oder Beratung zu Forderungen des konsolidierten Haushalts.

Akkreditierung gerichtlicher Steuerexperten: erfolgt durch Benachrichtigung der Kammer der Steuerberater, Eintragung in die offizielle Liste und Erhalt des Berufsausweises mit jährlicher Validierung. Rücktritt oder Ausschluss wird ebenfalls der Kammer gemeldet, und der Experte ist nur mit Zustimmung des Gerichts für die Fertigstellung laufender Berichte verantwortlich.

Verfahren der gerichtlichen Expertise: Das Gericht bestellt ein oder drei Sachverständige per Sitzungbeschluss und gibt Ziele, Fristen und vorläufige Vergütung an. Der gerichtliche Steuerexperte prüft Zulassung, Interessenkonflikte, Arbeitsaufwand, verfügbare Ressourcen und Berufshaftpflicht. Zusammenarbeit mit anderen Spezialisten ist zulässig, der Experte trägt jedoch die volle Verantwortung für den Bericht.

Die Ablehnung der Expertise ist nur aus objektiven Gründen zulässig: Verfahrensverstöße, Überschreitung der Kompetenz, unzureichendes Material, medizinische Gründe oder nicht bezahlte Vergütung. Interessenkonflikte während der Arbeit sind dem Gericht mitzuteilen.

Arbeitsschritte: Einsicht in die Akte, Kopieren von Dokumenten, Vorladung der Parteien zur Klärung und Terminierung der Arbeiten nach Gerichtsfristen. Der Experte kann eine Fristverlängerung oder ergänzende Expertise beantragen, die endgültige Vergütung richtet sich nach Umfang und Komplexität der Arbeit.

In der Praxis gewährleistet die Einhaltung der CCF 2026 Standards die Glaubwürdigkeit der Expertise, den rechtlichen Schutz des Steuerberaters und die fundierte Grundlage gerichtlicher oder außergerichtlicher Entscheidungen über Steuerverpflichtungen.